test-adhs

Alles rund um ADHS

Behind the Scenes: Warum wir test-adhs.de neu gebaut haben – und was das mit deinem Kopf zu tun hat

Von David Beck · · ca. 12 Min. Lesezeit

Zehn Minuten. So lange hat es gedauert, bis nach dem nächtlichen Livegang unserer neuen Website die erste Buchung reinkam – mitten in der Nacht, in der ruhigsten Stunde des Tages. Für uns war das mehr als ein netter Zufall. Es war die Bestätigung für eine Entscheidung, die wir ganz bewusst getroffen haben: Wir haben test-adhs.de nicht neu gebaut, damit es schöner aussieht. Wir haben es neu gebaut, damit es zu den Menschen passt, für die es gedacht ist – zu ADHS-, autistischen und anderen neurodivergenten Köpfen.

Und das ist keine Marketing-Floskel, sondern der Kern der ganzen Sache. In diesem Beitrag nehmen wir dich mit hinter die Kulissen: was wir verändert haben, warum das gerade für neurodivergente Menschen entscheidend ist, was für uns als Anbieter besser wird – und, für die Neugierigen, die ganze Technik dahinter.

Laptop vor hellem Fenster auf Tisch
Ruhe statt Reizüberflutung – der Leitgedanke hinter der neuen test-adhs.de.

Warum überhaupt eine neue Website?

Die Nachfrage nach ADHS- und Autismus-Diagnostik für Erwachsene ist enorm gestiegen. Immer mehr Menschen suchen online nach einem seriösen ersten Schritt, statt monatelang auf einer Warteliste zu versauern. Genau diese Menschen kamen zu uns – aber unsere alte Seite hielt mit diesem Wachstum nicht mehr mit. Sie war über einen Baukasten gebaut, lud spürbar langsam, und der Weg von „Das könnte auf mich zutreffen" bis „Ich habe einen Termin" war unnötig verschlungen und lief teils über zwei verschiedene Systeme gleichzeitig.

Also haben wir uns entschieden, nicht zu flicken, sondern von Grund auf neu zu bauen – mit einem klaren Leitgedanken.

Was hat eine Website mit deinem Nervensystem zu tun?

Kurz gesagt: alles. Wer unsere Seite besucht, hat oft genau die Eigenschaften, die eine schlecht gebaute Website bestraft – Reizempfindlichkeit, Ablenkbarkeit, Schwierigkeiten, eine einmal begonnene Aufgabe auch zu Ende zu bringen. ADHS ist im Kern eine Beeinträchtigung der sogenannten exekutiven Funktionen: der Fähigkeit, Handlungen zu starten, zu steuern und durchzuziehen (Barkley, 1997; Brown, 2013). Autistische Menschen wiederum verarbeiten Reize und Informationen häufig anders und brauchen vor allem eines: Vorhersehbarkeit.

Eine überladene, unklare, hektische Website ist für ein solches Nervensystem keine Kleinigkeit, sondern eine echte Hürde. Und hier liegt die Ironie, die wir unbedingt vermeiden wollten: Eine Seite, die Diagnostik für neurodivergente Menschen verkauft, aber neurodivergente Menschen beim Besuch überfordert, widerspricht sich selbst.

Warum ist eine „normale" Website für ADHS- und autistische Menschen oft eine Zumutung?

Weil sie für einen durchschnittlichen, geduldigen, ablenkungsresistenten Nutzer gebaut ist – und den gibt es bei uns selten. Drei Dinge machen den Unterschied:

  • Kognitive Last. Zu viele gleichwertige Buttons, Textwüsten, blinkende Elemente – jede zusätzliche Entscheidung kostet Kraft, und ein ADHS-Gehirn steigt bei Überforderung schneller aus (Barkley, 1997). Weniger ist hier wörtlich mehr.
  • Reizüberflutung. Automatisch startende Videos, wilde Animationen, grelle Farben. Für viele autistische und hochsensible Menschen ist das nicht „dynamisch", sondern anstrengend bis aversiv. Die internationalen Barrierefreiheits-Richtlinien fordern deshalb ausdrücklich, Bewegung reduzierbar zu halten (W3C, 2018).
  • Unvorhersehbarkeit. Ein Button, der etwas anderes tut, als er verspricht; ein Formular, das ohne Erklärung nach etwas fragt. Für autistische Nutzer:innen erzeugt jede solche Unklarheit Anspannung – und Anspannung führt zu Abbruch (Web Accessibility Initiative [W3C-WAI], 2021).

Erkennst du dich da wieder? Dann ist das kein Zufall – und übrigens ein guter erster Anhaltspunkt. Ein anonymer, kostenloser Selbsttest gibt dir in zwei Minuten eine erste Orientierung.

Was wir konkret verändert haben – und warum

Wir haben jede dieser Hürden gezielt angegriffen. Hier ist, was das für dich bedeutet.

Weniger Reizüberflutung, mehr Ruhe

Die neue Seite ist bewusst ruhig gestaltet: viel Weißraum, ein warmes, gedämpftes Farbschema statt grellem Weiß, keine automatisch startenden Videos, keine aufpoppenden Banner. Animationen sind dezent – und wer in seinem System „Bewegung reduzieren" aktiviert hat, bekommt sie gar nicht erst zu sehen (das entspricht dem Kriterium 2.3.3 der WCAG; W3C, 2018). Das Ziel: Deine Aufmerksamkeit soll bei dir bleiben, nicht von der Seite zerpflückt werden.

Ein klarer Weg statt zehn Möglichkeiten

Das war unser größtes Ärgernis an der alten Seite: zu viele parallele Wege, zwei verschiedene Buchungssysteme, unnötige Formularfelder. Jetzt gibt es pro Situation eine klare Handlung. Ein einziger, durchgängiger Weg zur Terminbuchung, ohne Sackgassen, ohne doppelte Formulare. Genau das ist für ADHS-Gehirne entscheidend, denn der schwierigste Teil ist nicht der Wille, sondern das Dranbleiben bis zum Abschluss (Brown, 2013). Jede Reibung, die wir entfernen, ist eine Hürde weniger zwischen dir und der Klarheit, die du suchst.

Wenn du diesen Schritt gehen willst: Das kostenlose Erstgespräch ist unverbindlich, dauert 15 Minuten und ist genau dafür da, offene Fragen zu klären.

Vorhersehbarkeit – du weißt immer, was als Nächstes passiert

Wir haben die Sprache auf der Seite so wörtlich und eindeutig wie möglich gemacht. Ein Button heißt „Kostenloses Erstgespräch buchen (15 Min.)" – nicht „Los geht's!". Du sollst vor dem Klick wissen, was passiert, wie lange es dauert und was es kostet. Diese Klarheit nimmt genau die Anspannung raus, die viele – gerade autistische – Menschen sonst zögern lässt (W3C-WAI, 2021). Keine Überraschungen, keine versteckten Schritte.

Lesbar für jeden Kopf

Viele neurodivergente Menschen haben zusätzlich legasthene Züge. Deshalb: eine klare, gut lesbare Schrift, angenehme Zeilenlängen und -abstände, linksbündiger Text statt Blocksatz, und Inhalte in verdauliche Häppchen zerlegt mit klaren Überschriften. Fachbegriffe erklären wir, statt mit ihnen zu glänzen. Das ist keine Kosmetik – es ist der Unterschied zwischen „lese ich" und „mache ich später" (und „später" heißt bekanntlich oft „nie").

Tempo

Über drei Viertel unserer Besucher:innen kommen mobil, oft unterwegs, oft mit wackligem Netz. Die neue Seite lädt deutlich schneller, weil die Inhalte fertig ausgeliefert werden, statt erst im Browser zusammengebaut zu werden. Für ein ablenkbares Gehirn ist jede Wartesekunde eine Einladung, den Tab wieder zuzumachen. Schnelligkeit ist hier gelebte Barrierefreiheit.

Was sich für uns als Anbieter verbessert hat

Eine Website ist nicht nur ein Schaufenster, sondern unser wichtigstes Werkzeug – und das war vorher stumpf.

Heute läuft alles über ein einheitliches System statt über einen Flickenteppich aus Baukasten und Fremdkomponenten. Wir können Inhalte schneller anpassen und Fehler beheben, ohne Angst, dass an anderer Stelle etwas zerbricht. Wir messen endlich sauber und datenschutzkonform, welche Wege unsere Besucher:innen nehmen und wo sie hängenbleiben – statt im Blindflug nach Bauchgefühl zu arbeiten. Und wir haben den Umzug so gebaut, dass kein einziges Google-Ranking verloren ging: Jede bisherige Adresse ist erhalten geblieben. Der Wechsel war für Suchmaschinen praktisch unsichtbar – nur eben schneller und klarer.

Die technischen Details – für alle, die es genau wissen wollen

Für die Neugierigen der Blick in den Maschinenraum. Die neue test-adhs.de basiert auf:

  • Next.js (App Router) mit statischer Vorab-Generierung (Static Site Generation) – Google und Nutzer:innen bekommen fertige, blitzschnelle Seiten, kein Nachladen per JavaScript.
  • Tailwind CSS für ein konsistentes, wartbares Design-System.
  • Eigene, leichte Komponenten statt eines schweren UI-Frameworks – bewusst schlank und barrierearm gebaut.
  • Motion für dezente Animationen, die prefers-reduced-motion respektieren, plus geöltes Scrollen (Lenis), das sich bei „Bewegung reduzieren" abschaltet.
  • Cal.com als einheitliches, datenschutzfreundliches Buchungssystem.
  • Matomo (selbst gehostet) für Analyse ohne Weitergabe an Dritte – und ganz ohne Tracking-Cookies.
  • Self-hosted Schriften und eine SEO-sichere Migration: identische URLs, saubere Weiterleitungen, automatische Sitemap, strukturierte Daten.

Kurz: keine Baukasten-Kompromisse mehr, sondern ein Fundament, das Barrierefreiheit und Geschwindigkeit von Grund auf mitdenkt.

Häufige Fragen zum Relaunch

Ändern sich durch die neue Website meine Termine oder Daten?

Nein. Bereits gebuchte Termine und deine Daten bleiben unberührt. Die neue Seite verändert nur, wie du zu uns findest und buchst.

Ist die neue Seite wirklich barrierefrei gestaltet?

Wir haben uns an den anerkannten Standards für digitale Barrierefreiheit orientiert (WCAG; W3C, 2018) und speziell auf die Bedürfnisse neurodivergenter Nutzer:innen geachtet – reduzierte Bewegung, klare Sprache, geringe kognitive Last, hohe Vorhersehbarkeit. Barrierefreiheit ist nie „fertig", aber sie war von der ersten Zeile an Teil des Konzepts, nicht ein nachträgliches Häkchen.

Ist der Selbsttest anonym?

Der Selbsttest ist ein kostenloses Orientierungsangebot und ersetzt keine Diagnose. Deine Antworten werden so datensparsam wie möglich verarbeitet. Einzelheiten stehen in unserer Datenschutzerklärung.

Warum Next.js statt eines Baukastens wie Wix?

Weil ein Baukasten ab einem gewissen Punkt bremst – bei Geschwindigkeit, Datenschutz und der Freiheit, Dinge wirklich barrierearm zu bauen. Für ein Angebot im sensiblen Gesundheitsbereich, das wachsen soll, lohnt sich der professionelle Unterbau.

Aus eigener Erfahrung – ein Gedanke für andere in unserem Bereich

Bei diesem Projekt haben wir enorm viel gelernt: über SEO-sichere Umzüge, über datenschutzkonforme Analyse im Gesundheitskontext, und vor allem darüber, wie man digitale Angebote so gestaltet, dass sie neurodivergente Menschen nicht überfordern, sondern abholen. Uns ist dabei aufgefallen: Vielen Praxen und Gesundheitsanbietern geht es wie uns vor ein paar Wochen – ein starkes Angebot, aber eine Website, die im Weg steht.

Das ist nicht nur eine Frage der Freundlichkeit, sondern zunehmend auch eine der Zukunftsfähigkeit: Digitale Barrierefreiheit rückt in Deutschland mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (in Kraft seit Juni 2025) stärker in den Fokus. Wer eine Praxis oder ein Angebot im Gesundheitsbereich führt und sich in diesem Beitrag wiedererkennt, kann sich gern mit uns austauschen – wir geben unsere Erfahrung aus diesem Relaunch inzwischen auch an andere weiter. Schreib uns einfach.

Fazit: gebaut, um wirklich zu passen

Ein Relaunch ist kein Ziel, sondern ein Anfang. Was aber schon feststeht: Die neue test-adhs.de ist schneller, klarer, ruhiger – und von Grund auf für die Köpfe gebaut, die sie besuchen. Denn Verständnis für Neurodivergenz fängt nicht erst im Diagnostikgespräch an. Es fängt bei der ersten Sekunde auf der Website an.

Und wenn du gerade überlegst, ob eine ADHS- oder Autismus-Diagnostik für dich der richtige Schritt ist: Der leichteste Anfang ist unser kostenloser Selbsttest oder ein unverbindliches, kostenloses Erstgespräch. Ohne Warteliste, ohne Druck – in deinem Tempo.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine Diagnostik.

Literaturverzeichnis

  • Barkley, R. A. (1997). Behavioral inhibition, sustained attention, and executive functions: Constructing a unifying theory of ADHD. Psychological Bulletin, 121(1), 65–94.
  • Brown, T. E. (2013). A New Understanding of ADHD in Children and Adults: Executive Function Impairments. Routledge.
  • Pun, K. (2016). Dos and don'ts on designing for accessibility. UK Home Office, Government Digital Service.
  • Web Accessibility Initiative (W3C-WAI). (2021). Making Content Usable for People with Cognitive and Learning Disabilities. World Wide Web Consortium (W3C).
  • World Wide Web Consortium (W3C). (2018). Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1.

Weiterlesen

Allgemeine Geschäftsbedingungen

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)
test-adhs.de · Stand: 05.09.2026

§ 1 Anbieter, Geltungsbereich, Vertragspartner

(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen gelten für sämtliche Verträge über Leistungen, die über die Websites test-adhs.de und test-autismus.de angeboten werden, zwischen

test-adhs.de – David Beck
Emil-Geis-Str. 41, 81379 München
E-Mail: kontakt@test-adhs.de
Telefon: 0177 / 737 37 19

– nachfolgend „Anbieter“ – und der jeweiligen Auftraggeberin bzw. dem jeweiligen Auftraggeber – nachfolgend „Kundin“ bzw. „Kunde“.

(2) Die Leistungen richten sich ausschließlich an volljährige Personen (mindestens 18 Jahre) mit gewöhnlichem Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland.

(3) Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Bedingungen der Kundin oder des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, der Anbieter stimmt ihrer Geltung ausdrücklich in Textform zu.

(4) Maßgeblich ist die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses gültige Fassung dieser AGB. Sie kann jederzeit auf der Website abgerufen, gespeichert und ausgedruckt werden.

§ 2 Gegenstand der Leistungen

(1) Der Anbieter erbringt psychologisch-diagnostische Dienstleistungen im Fernabsatz, insbesondere:

  • ADHS-Diagnostik
  • Autismus-Diagnostik
  • AuDHS-Diagnostik (kombinierte Abklärung)
  • Coaching- und Beratungsleistungen
  • kostenlose Selbsttests und Orientierungsangebote auf der Website

(2) Die diagnostischen Leistungen umfassen typischerweise Anamnese und klinisches Interview, den Einsatz standardisierter und lizenzierter Testverfahren sowie die Erstellung eines schriftlichen Befundberichts. Der konkrete Leistungsumfang ergibt sich aus der jeweiligen Leistungsbeschreibung zum Zeitpunkt der Buchung.

(3) Die Leistungen werden ganz oder überwiegend per Videosprechstunde, Telefon und über gesicherte Online-Verfahren erbracht.

Abgrenzung – was nicht Gegenstand des Vertrages ist

(4) Der Anbieter schuldet eine sorgfältige, dem anerkannten fachlichen Standard entsprechende diagnostische Dienstleistung, nicht ein bestimmtes Ergebnis.

(5) Ausdrücklich nicht Gegenstand des Vertrages sind:

a) Psychotherapie oder sonstige Heilbehandlung; b) die Verordnung, Empfehlung oder Anpassung von Arzneimitteln (insbesondere keine Verordnung von Stimulanzien oder anderen Medikamenten); c) die Ausstellung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, Rezepten, Attesten oder Gutachten für Behörden, Gerichte, Versicherungen, Prüfungsämter oder Arbeitgeber; d) Krisenintervention, Notfallversorgung oder eine Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit; e) eine laufende Betreuung oder Nachsorge über die vereinbarte Leistung hinaus.

(6) Selbsttests und Orientierungsangebote auf der Website sind unverbindliche Informationsangebote ohne diagnostischen Aussagewert. Sie ersetzen keine fachliche Abklärung und begründen kein Vertragsverhältnis.

§ 3 Qualifikation und fachliche Verantwortung

(1) Die Erhebung, Durchführung und Aufbereitung der diagnostischen Verfahren erfolgt durch psychologisch qualifizierte Personen.

(2) Die diagnostische Beurteilung sowie die abschließende fachliche Abnahme des Befundberichts erfolgen ausschließlich durch eine approbierte Fachkraft (Psychologische Psychotherapeutin/Psychologischer Psychotherapeut bzw. Ärztin/Arzt). Nur diese trifft die diagnostische Aussage.

(3) Personen ohne Approbation treffen zu keinem Zeitpunkt eine verbindliche diagnostische Aussage. Äußerungen im Rahmen von Vorgesprächen, Terminierung oder organisatorischer Begleitung stellen keine Diagnose dar und begründen keinen Vertrauenstatbestand hinsichtlich eines Ergebnisses.

§ 4 Kostenloses Erstgespräch (Beratungsgespräch)

Kostenfreiheit und Unverbindlichkeit

(1) Vor jeder Diagnostik steht ein kostenloses Erstgespräch von rund 15 Minuten zur Verfügung.

(2) Das Erstgespräch ist für die Kundin bzw. den Kunden zu 100 % kostenfrei. Es entstehen weder unmittelbar noch nachträglich Kosten, Gebühren oder Auslagen.

(3) Das Erstgespräch verpflichtet zu nichts. Es begründet insbesondere keinen Anspruch auf Durchführung einer Diagnostik und keine Zahlungspflicht.

(4) Das Erstgespräch kann jederzeit und ohne Angabe von Gründen abgesagt oder abgebrochen werden.

Zweck und Inhalt

(5) Zweck des Erstgesprächs ist ausschließlich die gemeinsame Klärung, ob eine ADHS-, Autismus- oder AuDHS-Testung im Einzelfall sinnvoll und fachlich angezeigt ist, sowie die Klärung des organisatorischen Ablaufs, der Kosten und des Zeitrahmens.

(6) Das Erstgespräch dient der Orientierung. Es ist keine diagnostische Untersuchung und ersetzt eine solche nicht.

Keine Diagnose im Erstgespräch

(7) Im Erstgespräch können keine verbindlichen Aussagen zu einer Diagnosestellung getroffen werden. Eine Diagnose kann ausschließlich im Rahmen der vollständigen Diagnostik und ausschließlich durch eine approbierte Fachkraft gestellt werden (§ 3 Abs. 2).

(8) Einschätzungen, Eindrücke oder Hinweise, die im Erstgespräch geäußert werden, sind unverbindlich, stellen keine Diagnose dar und begründen keinen Anspruch auf ein bestimmtes späteres Ergebnis.

(9) Das Erstgespräch ist keine Heilbehandlung, keine Therapie und keine Krisenintervention. Für akute Krisen gilt § 12.

Im Erstgespräch vereinbarte Testtermine

(10) Wichtig: Werden im Erstgespräch konkrete Testtermine vereinbart, sind diese für beide Seiten verbindlich. Es gelten die Fristen und Folgen nach § 9 dieser AGB. Auf diesen Umstand wird im Erstgespräch gesondert hingewiesen.

(11) Formfreiheit. Die im Erstgespräch mündlich getroffene Vereinbarung eines Testtermins ist rechtlich bindend. Sie bedarf zu ihrer Wirksamkeit keiner Schriftform und keiner gesonderten schriftlichen Bestätigung. Eine im Anschluss versandte Terminbestätigung in Textform dient allein der Dokumentation und dem Nachweis; ihr Ausbleiben berührt die Wirksamkeit der mündlich getroffenen Vereinbarung nicht.

Voraussetzungen und Rahmenbedingungen

(12) Für das Erstgespräch gelten dieselben Voraussetzungen wie für die Diagnostik: Mindestalter 18 Jahre, gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland (§ 1 Abs. 2), ein Endgerät mit stabiler Internetverbindung sowie eine ruhige, ungestörte und vertrauliche Umgebung.

(13) Aufzeichnungen des Erstgesprächs (Bild, Ton, Screenshots) sind ohne vorherige ausdrückliche Zustimmung nicht gestattet; § 10 Abs. 4 gilt entsprechend.

(14) Auch im Erstgespräch werden Gesundheitsdaten im Sinne des Art. 9 DSGVO verarbeitet. Es gilt § 14 dieser AGB sowie die Datenschutzerklärung.

§ 5 Zustandekommen des Vertrages

(1) Die Darstellung der Leistungen auf der Website stellt kein bindendes Angebot dar, sondern eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots.

(2) Mit dem Absenden des Buchungs- bzw. Anfrageformulars oder mit der verbindlichen Zusage im Rahmen eines Erstgesprächs gibt die Kundin bzw. der Kunde ein verbindliches Angebot auf Abschluss eines Dienstvertrages ab.

(3) Der Vertrag kommt zustande, sobald der Anbieter die Buchung in Textform (z. B. per E-Mail) bestätigt oder mit der Leistungserbringung beginnt. Eine automatisierte Eingangsbestätigung stellt noch keine Annahme dar.

(4) Bei kostenpflichtigen Buchungen über die Website erfolgt die Bestellung über eine als solche eindeutig gekennzeichnete Schaltfläche („zahlungspflichtig buchen“). Vor Absenden werden die wesentlichen Merkmale der Leistung, der Gesamtpreis, die Zahlungsmodalitäten sowie die Widerrufsbelehrung angezeigt.

(5) Der Vertragstext wird vom Anbieter gespeichert und der Kundin bzw. dem Kunden zusammen mit diesen AGB in Textform übermittelt.

§ 6 Ablehnung von Testanfragen

(1) Der Anbieter ist berechtigt, Testanfragen abzulehnen, ohne dies im Einzelnen begründen zu müssen.

(2) Gründe für eine Ablehnung sind insbesondere:

a) interne Vorgangsregulierung und Priorisierung; b) Auslastung der verfügbaren Kapazitäten; c) die fachliche Einschätzung, dass eine Testung im Einzelfall nicht zwingend erforderlich ist; d) die fachliche Einschätzung, dass eine Testung dem Wohl der betroffenen Person abträglich wäre oder ihr nicht dient; e) das Vorliegen von Umständen, die eine Diagnostik im Fernformat fachlich nicht vertretbar erscheinen lassen (z. B. akute Krisensituation, Erforderlichkeit einer unmittelbaren persönlichen Versorgung).

(3) Erfolgt die Ablehnung vor Vertragsschluss, entstehen der Kundin bzw. dem Kunden keinerlei Kosten.

(4) Erfolgt die Ablehnung aus einem der in Absatz 2 genannten sachlichen Gründe nach Vertragsschluss, ist der Anbieter berechtigt, vom Vertrag zurückzutreten. Bereits geleistete Zahlungen werden in diesem Fall vollständig erstattet, soweit nicht bereits Leistungen erbracht und von der Kundin bzw. dem Kunden abgenommen wurden. Weitergehende Ansprüche der Kundin bzw. des Kunden bestehen nicht.

(5) Der Anbieter wird im Fall einer Ablehnung nach Möglichkeit auf geeignete alternative Anlaufstellen hinweisen. Ein Anspruch hierauf besteht nicht.

§ 7 Preise und Zahlungsbedingungen

(1) Es gelten die zum Zeitpunkt der Buchung auf der Website ausgewiesenen Preise. Sofern nicht anders angegeben, verstehen sich alle Preise als Endpreise.

(2) Der Preis umfasst die in der jeweiligen Leistungsbeschreibung genannten Bestandteile. Zusatzleistungen (z. B. Zweitausfertigungen, ergänzende Stellungnahmen, zusätzliche Termine) werden gesondert vereinbart und gesondert vergütet.

(3) Die Zahlung erfolgt nach Wahl der auf der Website angebotenen Zahlungsarten. Der Anbieter ist berechtigt, die Leistungserbringung von einer Vorauszahlung oder Anzahlung abhängig zu machen.

(4) Rechnungen sind, sofern nicht anders vereinbart, innerhalb von 14 Tagen ab Zugang ohne Abzug zur Zahlung fällig.

(5) Gerät die Kundin oder der Kunde in Zahlungsverzug, gelten die gesetzlichen Regelungen. Der Anbieter ist berechtigt, weitere Leistungen bis zum Ausgleich offener Forderungen zurückzustellen.

(6) Kostenerstattung: Die Leistungen des Anbieters sind private Selbstzahlerleistungen. Eine Erstattung durch gesetzliche oder private Krankenversicherungen oder durch Beihilfestellen wird nicht geschuldet und nicht zugesichert. Die Klärung einer möglichen Erstattung obliegt allein der Kundin bzw. dem Kunden.

§ 8 Widerrufsrecht für Verbraucher

Verbraucherinnen und Verbrauchern steht ein gesetzliches Widerrufsrecht zu. Verbraucher ist jede natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft zu Zwecken abschließt, die überwiegend weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden können.

Widerrufsbelehrung

Widerrufsrecht

Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag des Vertragsabschlusses.

Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie uns

test-adhs.de – David Beck
Emil-Geis-Str. 41, 81379 München
E-Mail: kontakt@test-adhs.de

mittels einer eindeutigen Erklärung (z. B. ein mit der Post versandter Brief oder eine E-Mail) über Ihren Entschluss, diesen Vertrag zu widerrufen, informieren. Sie können dafür das beigefügte Muster-Widerrufsformular verwenden, das jedoch nicht vorgeschrieben ist.

Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden.

Folgen des Widerrufs

Wenn Sie diesen Vertrag widerrufen, haben wir Ihnen alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhalten haben, unverzüglich und spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem Tag zurückzuzahlen, an dem die Mitteilung über Ihren Widerruf dieses Vertrags bei uns eingegangen ist. Für diese Rückzahlung verwenden wir dasselbe Zahlungsmittel, das Sie bei der ursprünglichen Transaktion eingesetzt haben, es sei denn, mit Ihnen wurde ausdrücklich etwas anderes vereinbart; in keinem Fall werden Ihnen wegen dieser Rückzahlung Entgelte berechnet.

Haben Sie verlangt, dass die Dienstleistungen während der Widerrufsfrist beginnen sollen, so haben Sie uns einen angemessenen Betrag zu zahlen, der dem Anteil der bis zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie uns von der Ausübung des Widerrufsrechts hinsichtlich dieses Vertrags unterrichten, bereits erbrachten Dienstleistungen im Vergleich zum Gesamtumfang der im Vertrag vorgesehenen Dienstleistungen entspricht.

– Ende der Widerrufsbelehrung –

Vorzeitiges Erlöschen des Widerrufsrechts

Das Widerrufsrecht erlischt bei einem Vertrag über die Erbringung von Dienstleistungen vorzeitig, wenn der Anbieter die Dienstleistung vollständig erbracht hat und mit der Ausführung der Dienstleistung erst begonnen hat, nachdem die Kundin bzw. der Kunde dazu die ausdrückliche Zustimmung erteilt und gleichzeitig die Kenntnis davon bestätigt hat, dass das Widerrufsrecht bei vollständiger Vertragserfüllung durch den Anbieter erlischt (§ 356 BGB).

Der Anbieter holt diese Zustimmung und Bestätigung vor Leistungsbeginn gesondert und dokumentiert ein.

Muster-Widerrufsformular

(Wenn Sie den Vertrag widerrufen wollen, füllen Sie bitte dieses Formular aus und senden Sie es zurück.)

An: test-adhs.de – David Beck, Emil-Geis-Str. 41, 81379 München, E-Mail: kontakt@test-adhs.de

Hiermit widerrufe(n) ich/wir (*) den von mir/uns (*) abgeschlossenen Vertrag über die Erbringung der folgenden Dienstleistung (*)

— Bestellt am (*)/erhalten am (*) — Name des/der Verbraucher(s) — Anschrift des/der Verbraucher(s) — Unterschrift des/der Verbraucher(s) (nur bei Mitteilung auf Papier) — Datum

(*) Unzutreffendes streichen.

§ 9 Termine, Absagen, Nichterscheinen

(1) Verbindlichkeit. Vereinbarte Testtermine, Anamnese- und Auswertungstermine sind verbindlich. Dies gilt ausdrücklich auch für Termine, die im Rahmen des kostenlosen Erstgesprächs vereinbart wurden.

(1a) Bindung ohne Schriftform. Die Terminvereinbarung ist formfrei wirksam. Eine im Beratungsgespräch mündlich getroffene Absprache über einen Testtermin ist rechtlich bindend und erfordert keine weitere Schriftform, keine Unterschrift und keine gesonderte schriftliche Bestätigung durch die Kundin bzw. den Kunden. Die Rechtsfolgen dieses Paragraphen – insbesondere das Ausfallhonorar nach Absatz 3 – gelten daher auch für rein mündlich vereinbarte Termine. Eine Terminbestätigung in Textform wird zu Dokumentationszwecken versandt; sie ist nicht Wirksamkeitsvoraussetzung.

(1b) Absagen dagegen in Textform. Abweichend hiervon bedarf eine Absage oder Verlegung durch die Kundin bzw. den Kunden zu Nachweiszwecken der Textform (Absatz 2). Eine mündliche Absage genügt nicht.

(2) Kostenfreie Absage. Termine können bis spätestens 24 Stunden vor dem vereinbarten Terminbeginn kostenfrei abgesagt oder verlegt werden. Maßgeblich ist der Zugang der Absage beim Anbieter in Textform (E-Mail an kontakt@test-adhs.de oder über den im Terminbestätigungs-Schreiben genannten Weg).

(3) Ausfallhonorar. Bei a) Nichterscheinen ohne Absage (No-Show) oder b) Absage später als 24 Stunden vor Terminbeginn wird ein Ausfallhonorar in Höhe von 80 % des für die betreffende Diagnostik vereinbarten Gesamthonorars fällig. Dies gilt unabhängig davon, ob die Absage begründet oder unbegründet erfolgt und ob sie verspätet übermittelt wurde.

(4) Gegenbeweis. Der Kundin bzw. dem Kunden bleibt ausdrücklich der Nachweis gestattet, dass dem Anbieter kein oder ein wesentlich geringerer Schaden entstanden ist. In diesem Fall reduziert sich das Ausfallhonorar entsprechend oder entfällt. Dem Anbieter bleibt der Nachweis eines höheren Schadens vorbehalten.

(5) Ausnahmen. Ein Ausfallhonorar wird nicht erhoben, wenn die Absage auf einem Umstand beruht, den die Kundin bzw. der Kunde nicht zu vertreten hat und der ihr bzw. ihm die Wahrnehmung des Termins unzumutbar oder unmöglich macht (z. B. plötzliche schwere Erkrankung, Unfall, Todesfall in der Familie). Der Anbieter kann einen geeigneten Nachweis verlangen.

(6) Verspätung. Erscheint die Kundin bzw. der Kunde verspätet, verkürzt sich die Termindauer entsprechend. Bei einer Verspätung von mehr als 15 Minuten ist der Anbieter berechtigt, den Termin als nicht wahrgenommen zu behandeln; Absatz 3 gilt entsprechend.

(7) Absage durch den Anbieter. Muss der Anbieter einen Termin absagen, wird unverzüglich ein Ersatztermin angeboten. Weitergehende Ansprüche bestehen nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.

(8) Technische Störungen. Kommt eine Videoverbindung aus Gründen nicht zustande, die im Verantwortungsbereich der Kundin bzw. des Kunden liegen (z. B. fehlende Internetverbindung, ungeeignetes Endgerät), gilt der Termin als wahrgenommen und Absatz 3 findet Anwendung, sofern nicht innerhalb der Terminzeit ein alternativer Kommunikationsweg zustande kommt.

§ 10 Mitwirkungspflichten

(1) Eine belastbare Diagnostik setzt die aktive und wahrheitsgemäße Mitwirkung der Kundin bzw. des Kunden voraus.

(2) Die Kundin bzw. der Kunde verpflichtet sich insbesondere:

a) Angaben zur Person, zur Vorgeschichte und zur aktuellen Situation vollständig und wahrheitsgemäß zu machen; b) angeforderte Unterlagen (z. B. Vorbefunde, Zeugnisse, Fremdanamnese) fristgerecht bereitzustellen; c) Fragebögen und Testverfahren eigenständig, ohne fremde Hilfe und ohne Hilfsmittel auszufüllen, sofern nichts anderes angewiesen ist; d) für eine störungsfreie, ungestörte und vertrauliche Umgebung sowie für funktionsfähige Technik (stabile Internetverbindung, Kamera, Mikrofon) zu sorgen; e) laufende Behandlungen, Medikation sowie bestehende oder frühere Diagnosen mitzuteilen, soweit diese für die Fragestellung relevant sind.

(3) Verstöße gegen Absatz 2 können die Aussagekraft der Diagnostik erheblich einschränken oder aufheben. Der Anbieter ist in diesem Fall berechtigt, die Diagnostik abzubrechen oder auf die eingeschränkte Aussagekraft im Befund hinzuweisen. Ein Vergütungsanspruch des Anbieters bleibt für bereits erbrachte Leistungen bestehen.

(4) Aufzeichnungen der Termine durch die Kundin bzw. den Kunden (Bild, Ton, Screenshots) sind ohne vorherige ausdrückliche schriftliche Zustimmung des Anbieters nicht gestattet.

§ 11 Befundbericht

(1) Der Befundbericht wird nach Abschluss der Diagnostik erstellt und in Textform übermittelt. Die auf der Website genannten Bearbeitungszeiten (z. B. „ca. 4 Wochen“) sind unverbindliche Richtwerte und keine Fixtermine, soweit nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart wurde.

(2) Der Befundbericht ist ergebnisoffen. Ein Anspruch auf ein bestimmtes Ergebnis, insbesondere auf die Feststellung einer Diagnose, besteht nicht. Auch ein Befund ohne Diagnosestellung stellt eine vollständige Vertragserfüllung dar; der Vergütungsanspruch bleibt hiervon unberührt.

(3) Der Befundbericht ist für die Kundin bzw. den Kunden bestimmt. Die Nutzung für eigene Zwecke sowie die Weitergabe an behandelnde Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ist ausdrücklich gestattet.

(4) Der Anbieter hat keinen Einfluss darauf und übernimmt keine Gewähr dafür, ob und in welchem Umfang Dritte – insbesondere Ärztinnen und Ärzte, Krankenkassen, Behörden, Arbeitgeber, Versicherungen, Schulen, Hochschulen oder Gerichte – den Befund anerkennen, übernehmen oder ihm folgen.

(5) Eine inhaltliche Änderung des Befundberichts auf Wunsch der Kundin bzw. des Kunden erfolgt nicht. Offensichtliche Schreib- oder Übertragungsfehler werden selbstverständlich korrigiert. Nachträgliche Ergänzungen aufgrund neuer Informationen sind gesondert zu beauftragen und zu vergüten.

(6) Die Urheberrechte an Befundberichten, Auswertungen und sonstigen Ausarbeitungen verbleiben beim Anbieter. Eine Veröffentlichung, gewerbliche Verwertung oder Weitergabe an die Öffentlichkeit ist ohne Zustimmung nicht gestattet.

§ 12 Keine Notfallversorgung

(1) Der Anbieter bietet keine Krisenintervention und keine Notfallversorgung. Es besteht keine Erreichbarkeit außerhalb der vereinbarten Termine und der angegebenen Geschäftszeiten.

(2) In akuten Krisen- oder Notfallsituationen sind ausschließlich die regulären Notfallstrukturen zu nutzen: Notruf 112, der ärztliche Bereitschaftsdienst 116 117, die nächstgelegene psychiatrische Notfallambulanz oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111 / 0800 111 0 222, kostenfrei und rund um die Uhr).

(3) Der Anbieter ist berechtigt, die Leistungserbringung abzubrechen oder abzulehnen, wenn Anhaltspunkte für eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung bestehen und stattdessen auf geeignete Versorgungsstrukturen zu verweisen.

§ 13 Haftung

(1) Der Anbieter haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit.

(2) Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei der Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht (Kardinalpflicht), also einer Pflicht, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrages überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung die Kundin bzw. der Kunde regelmäßig vertrauen darf. In diesem Fall ist die Haftung auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt.

(3) Im Übrigen ist die Haftung ausgeschlossen.

(4) Die Haftungsbeschränkungen gelten auch zugunsten der gesetzlichen Vertreter, Erfüllungsgehilfen und Mitarbeitenden des Anbieters.

(5) Die Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz bleibt unberührt.

(6) Der Anbieter haftet nicht für Störungen oder Ausfälle der von Dritten bereitgestellten Kommunikationsdienste (Videodienst, E-Mail, Internetzugang), soweit diese außerhalb seines Verantwortungsbereichs liegen.

§ 14 Vertraulichkeit und Datenschutz

(1) Alle im Rahmen der Leistungserbringung bekannt gewordenen Informationen werden vertraulich behandelt. Die beteiligten approbierten Fachkräfte unterliegen der beruflichen Schweigepflicht (§ 203 StGB).

(2) Die Verarbeitung personenbezogener Daten, insbesondere von Gesundheitsdaten im Sinne des Art. 9 DSGVO, erfolgt ausschließlich auf Grundlage der gesetzlichen Vorschriften und der erteilten Einwilligungen. Einzelheiten regelt die Datenschutzerklärung.

(3) Eine Weitergabe von Daten an Dritte erfolgt nur mit ausdrücklicher Einwilligung oder soweit eine gesetzliche Verpflichtung besteht.

(4) Termine und Erstgespräche finden über den vom Anbieter selbst gehosteten Videodienst Jitsi Meet statt. Ersatzweise – etwa bei technischen Störungen – kann Google Meet eingesetzt werden. Einzelheiten zur Datenverarbeitung, zu Empfängern und Speicherdauern enthält die Datenschutzerklärung.

(5) Es gelten die berufsrechtlichen Aufbewahrungsfristen für Behandlungs- und Untersuchungsunterlagen.

§ 15 Vertragslaufzeit, Kündigung, Abbruch

(1) Der Vertrag endet mit vollständiger Erbringung der vereinbarten Leistung.

(2) Das Recht zur Kündigung aus wichtigem Grund bleibt für beide Seiten unberührt. Ein wichtiger Grund für den Anbieter liegt insbesondere vor bei a) nachhaltiger Verletzung der Mitwirkungspflichten nach § 10; b) unwahren Angaben zu wesentlichen Umständen; c) beleidigendem, bedrohendem oder diskriminierendem Verhalten gegenüber Mitarbeitenden; d) wiederholtem unentschuldigtem Nichterscheinen; e) Zahlungsverzug trotz Mahnung.

(3) Im Fall der Kündigung durch den Anbieter aus einem von der Kundin bzw. dem Kunden zu vertretenden Grund bleibt der Vergütungsanspruch für die bis dahin erbrachten Leistungen bestehen.

(4) Abbruch nach Beginn der Diagnostik – volle Vergütung. Mit Beginn der Diagnostik ist das vereinbarte Gesamthonorar in voller Höhe geschuldet. Bricht die Kundin bzw. der Kunde den Diagnostikprozess danach ab, kündigt ihn oder nimmt weitere Termine nicht wahr, bleibt der Anspruch auf das Gesamthonorar bestehen. Eine Rückerstattung bereits gezahlter Beträge erfolgt nicht.

(5) Beginn der Diagnostik. Als Beginn der Diagnostik gilt der Eintritt des zeitlich frühesten der folgenden Ereignisse: a) Beginn des ersten diagnostischen Termins (Anamnese bzw. klinisches Interview); b) Freischaltung, Übersendung oder Bereitstellung der Fragebögen oder der Testbatterie; c) Beginn der Auswertung oder der Befunderstellung.

(6) Anrechnung ersparter Aufwendungen. Auf das Gesamthonorar nach Absatz 4 sind diejenigen Aufwendungen anzurechnen, die der Anbieter infolge des Abbruchs tatsächlich erspart (insbesondere noch nicht angefallene Honorare beteiligter Fachkräfte und noch nicht verbrauchte Testlizenzen). Der Kundin bzw. dem Kunden bleibt der Nachweis gestattet, dass die Ersparnis höher ausgefallen ist.

(7) Unberührt bleiben das gesetzliche Widerrufsrecht nach § 8, das Recht beider Seiten zur Kündigung aus wichtigem Grund sowie – für Absagen vor Beginn der Diagnostik im Sinne von Absatz 5 – die Regelungen des § 9.

§ 16 Änderung der AGB

(1) Der Anbieter behält sich vor, diese AGB mit Wirkung für die Zukunft zu ändern, soweit dies aus rechtlichen oder organisatorischen Gründen erforderlich ist und die Kundin bzw. der Kunde hierdurch nicht unangemessen benachteiligt wird.

(2) Für bereits geschlossene Verträge gilt stets die bei Vertragsschluss vereinbarte Fassung.

§ 17 Schlussbestimmungen

(1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts. Bei Verbrauchern gilt diese Rechtswahl nur, soweit hierdurch der Schutz zwingender Verbraucherschutzvorschriften des Staates des gewöhnlichen Aufenthalts nicht entzogen wird.

(2) Ist die Kundin bzw. der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen, ist ausschließlicher Gerichtsstand der Sitz des Anbieters.

(3) Verbraucherstreitbeilegung: Der Anbieter ist weder bereit noch verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.

(4) Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. An die Stelle der unwirksamen Bestimmung tritt die gesetzliche Regelung.